Selbsthilfe: Verhandeln mit dem inneren Widerstand

 

Was können wir tun, wenn sich unser innerer Widerstand zu Wort meldet? Nicht selten gibt es Situationen, in denen wir uns innerlich zerrissen fühlen. Einerseits und andererseits. Dieses Gefühl kann so intensiv werden, dass Sie meinen, keinen Ausweg daraus zu finden. Sie zermartern sich den Kopf und drehen sich letztendlich nur im Kreis. Kennen Sie solche Situationen? In diesem Artikel möchte ich eine spezielle Methode vorstellen, wie Sie Ihren inneren Widerstand zunächst erkennen und danach auflösen können.

Neue unbekannte Situationen und zwiespältige Gefühle

Wann kommt es zum inneren Widerstand? Neue Dinge auszuprobieren erscheint auf den ersten Blick für uns alle etwas Schönes zu sein. Etwas, auf das wir uns freuen und das wir gerne machen. Häufig ist es auch tatsächlich so. Es geht in die Ferien in ein unbekanntes Land. Wir gehen ins Theater oder sehen uns einen neuen Film an. Da kommt Freude auf. Doch nicht alles Neue wird von uns mit einem freudigen Gefühl begrüßt. Nicht selten treten beim Betreten von Neuland gemischte Gefühle auf. Einerseits freue ich mich auf den neuen Job, andererseits habe ich auch ein bisschen Angst. Werden die neuen Kollegen mich mögen und werde ich mit dem neuen Chef zurechtkommen? Kennen Sie solche Gefühle?

Sehr oft treten solche Gefühle in neuen unbekannten Situationen auf. Dann, wenn wir gerade freudig Neuland betreten möchten. Natürlich können innere Konflikte auch in anderen Situation auftauchen. Vielleicht dann, wenn wir uns plötzlich entscheiden müssen. Doch häufig ist etwas Neues oder Ungewohntes im Spiel. Und richtig „gemein“ sind die Gefühle, die uns anscheinend innerlich zerreißen. Unser innerer Widerstand kommt ins Spiel und meldet sich heftig zu Wort. Einerseits und andererseits. Unsere Gedanken drehen sich im Kreis. Wie soll ich mich entscheiden? Anscheinend gibt es keine Möglichkeit aus diesem Gedanken Karussell auszusteigen. Wie mit dem inneren Widerstand umgehen?

Unser Innerer Widerstand ist ein Teil von uns

Wie jeder andere Persönlichkeitsanteil ist auch der innere Widerstand ein Teil von uns. Und auch wenn das Wort Widerstand nicht sehr freundlich klingt, hat der innere Widerstand doch seine eigene Funktion. Er passt auf uns auf. Er weiß, dass wir uns im vertrauten Fahrwasser wohl und sicher fühlen. Und da möchte er uns auch sicher festhalten. Daher wird der innere Widerstand auch als Aufpasser oder Bodyguard bezeichnet. Wenn wir auf ihn stoßen, wissen wir, dass wir mit einem Teil von uns auf einem neuen Kurs sind. Denn genau genommen besteht unser „Inneres“ aus sehr vielen kleinen verschiedenen Teilen, die alle ihren Sinn haben. Und der innere Widerstand ist nun einmal auch ein Teil von uns. Daher müssen wir uns mit ihm und seiner Motivation beschäftigen, wenn er uns bei einem Vorhaben auf sich aufmerksam macht.

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Wenn der innere Widerstand voll am Wirken ist, fühlt sich das für uns an, wie ein Kampf mit uns selber. Ich möchte meine ungeliebte Arbeitsstelle verlassen und mich endlich selbständig machen. Doch was ist, wenn ich davon nicht leben kann? Was wird meine Familie dazu sagen? Bin ich nicht viel zu ungeschickt dazu? Diese und ähnliche Fragen tauchen sofort auf, wenn uns eine neue Idee durch den Kopf geht. Und genau dafür sorgt der innere Widerstand. Wir sind an der Quelle – bei unseren ureigenen Wünschen. Sie sehen, der innere Widerstand möchte uns beschützen und davor abhalten, leichtfertig folgenschwere Veränderungen vorzunehmen. Doch auf der anderen Seite wissen wir genau, dass nur Veränderungen und das Betreten von Neuland uns im Leben voranbringen werden. Doch wie diesen Konflikt lösen?

 

Der innere Widerstand braucht Aufmerksamkeit

Damit wir überhaupt jemals Neuland betreten können, muss der innere Widerstand zunächst von uns erforscht werden. Der erste Schritt zur Überwindung des inneren Widerstandes ist der, dass Sie ihn ganz bewusst anschauen. Er braucht Aufmerksamkeit und Sie geben sie ihm, indem sie sich mit dem Widerstand beschäftigen. Was will er Ihnen sagen? Was will er Gutes für Sie tun? Finden Sie mindestens drei Gründe, wieso gerade jetzt der innere Widerstand Ihnen etwas Gutes tun möchte. Könnte es sein, dass Ihr innerer Widerstand Sie gerade vor dem Scheitern, der Ablehnung oder vor Frustration beschützen möchte?

Denken Sie nach und formulieren die Gründe, wieso Ihr Widerstand gerade jetzt so aktiv ist. Schreiben Sie am besten seine drei Hauptargumente auf. Und dann betrachten Sie den anderen Teil in sich. Auch dieser möchte sicherlich etwas Gutes für sie. Einen neuen interessanten Job, eine Auszeit vom Beruf, mehr Freizeit, mehr Freude. Schreiben Sie auch diese Argumente auf. Danach dürfte Ihnen Ihr eigener Konflikt schon einmal klarer sein. Sie sehen, dass beide Seiten nur etwas Gutes für Sie wollen. Kann es hier eine Einigung geben?

 

Teile Verhandlungen

Im Coaching gibt es spezielle Methode, um solchen oder andere innere Konflikte zu lösen. Eine Möglichkeit ist das sogenannte „Teile verhandeln“. Dabei gehen Sie in das Gespräch mit Ihren beiden Anteilen, die jeweils nur etwas Gute für Sie wollen. Wenn Sie dieses Gespräch nicht allein führen können oder möchten, kann Ihnen hier ein guter Coach sicherlich weiterhelfen. Er kann Sie zielgerichtet durch diesen Prozess leiten. Doch auch allein können Sie versuchen, das Gespräch mit beiden Anteilen immer und immer wieder zu suchen und solange mit ihnen zu verhandeln, bis Sie zumindest einen ersten kleinen Kompromiss gefunden haben.

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Vielleicht kommt das Ihnen komisch vor. Was, ich soll mit mir selber reden? Und dann noch mit zwei verschiedenen Anteilen in mir? Doch wenn Sie die „für“ und „gegen“ Argumente aufgeschrieben haben, sehen Sie bereits, dass es tatsächlich anscheinend zwei Parteien in Ihnen gibt. Möglicherweise hilft Ihnen die Idee, diesen Anteilen einen Namen oder ein Aussehen zu geben. Ist der Widerstand möglicherweise ein Drache oder doch nur ein Teddybär? Ab und zu lässt sich wie in Konflikten zwischen Personen auf diese Art schnell ein gesunder und tragender Kompromiss erzielen.

Ein anderes Mal braucht es seine Zeit. Dann ist es günstig, mit einem ersten ganz kleinen Kompromiss zwischen den Anteilen anzufangen. Seien Sie geduldig und geben beiden Anteilen Ihren Platz, Ihre Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Dann werden Sie mit der Zeit eine Annäherung der beiden inneren Anteile erkennen. Aus der Annäherung folgt nach und nach eine Konfliktlösung.

Probieren Sie es aus. Ich wünsche Ihnen bei allen Konflikten, dass Sie sowohl im Außen als auch im Inneren gute Lösungen für sich selber finden werden.

 

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